Institut für Raumplanung
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2020-03-09 [ ]

10. ORTE-Raumplanungssymposium

Öffentlich versus privat Zur Rolle von Staat und Wirtschaft in Raum und Gesellschaft

Das überkommene Verständnis davon, was Sache des Staats und Sache der Wirtschaft ist, hat sich in den letzten Jahrzehnten grundlegend verändert – auch in der Planung und Entwicklung des Siedlungsraums: Autobahnen werden in Form von PPP-Modellen privat (vor)finanziert. Der öffentliche Verkehr unterliegt zunehmend betriebswirtschaftlichen Zielsetzungen. Der Wohnbau – in Österreich über Jahrzehnte überwiegend staatlich subventioniert und preislich reguliert – wird immer mehr zum Gegenstand gewinnorientierter Investments. Und sogar langfristige, übergeordnete Planungskonzepte werden von Ämtern an kommerziell tätige ExpertInnen ausgelagert. 

Gleichzeitig mehren sich die Forderungen, der freien Verfügbarkeit über privates Eigentum endlich Schranken zu setzen: Soll knapper Grund und Boden der Spekulation unterliegen, darf Bauland gehortet werden – und sollen Widmungsgewinne beim Liegenschaftseigentümer verbleiben? Ist es legitim, Wohnungen und Geschäftslokale leer stehen zu lassen, trotz Wohnungsknappheit und verödender Erdgeschoßzonen? Und wer darf den öffentlichen Raum für welche Zwecke okkupieren bzw. kommerzialisieren? 

Der politische Umgang mit all diesen Fragen hat weitreichende Folgen für Raum und Gesellschaft. Wie die Antworten letztlich ausfallen, hängt ganz wesentlich davon ab, ob die Bürgerinnen und Bürger dazu bereit sind, den Interessen der Wirtschaft ihre Interessen an einer nachhaltigen – also auch sozial gerechten und volkswirtschaftlich effizienten – Siedlungsentwicklung entgegenzustellen. Für kritische Analysen und alternative Modelle lädt ORTE auch diesmal Fachleute aus dem In- und Ausland ein und stellt ihre Positionen dem Publikum zur Diskussion.

Programm

13.05 h

Gesellschaft im Umbruch
Indizien für eine Zeitenwende

 

Heidrun Schlögl - Geschäftsführerin von ORTE, Krems

 

 

 

It's the economy, stupid!
Raum als Produkt wirtschaftlicher Interessen

 

Reinhard Seiß - Raumplaner und Fachpublizist, Wien

 

 

 

Zwischen Rendite und Nachhaltigkeit
Wie "gewinnbringend" sollen Stadt- und Regionalentwicklung sein?

 

Michael Getzner - Wirtschaftswissenschafter, Professor am Institut für Raumplanung an der TU Wien

 

 

 

Gebt dem Bürger, was des Bürgers ist!
Für ein neues Verhältnis von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft

 

Laura Valentukeviciute - Sozialwissenschafterin, Verein Gemeingut in BürgerInnenhand, Berlin

 

 

14.50 h

Kaffeepause

 

 

15.20 h

Privatisierung versus Daseinsvorsorge
Sind öffentlicher Raum und öffentlicher Verkehr tatsächlich öffentlich?

 

Heinz Högelsberger - Geograf, Abteilung Umwelt & Verkehr der Arbeiterkammer, Wien

 

 

 

Konsumgut oder Sozialleistung?
Wohnbau als Geschäfts-, Anlage- und Spekulationsmodell

 

Wolfgang Amann - Wohnbauforscher, IIBW - Institut für Immobilien, Bauen und Wohnen, Wien

 

 

 

Eigentum verpflichtet!
Für einen neuen Umgang mit Grund und Boden

 

Ulrich Kriese - Mitglied der Geschäftsleitung Stiftung Edith Maryon und des Kuratoriums Stiftung trias, Berlin

 

 

 

Diskussion mit dem Publikum

 

 

ca. 18 h

Ausklang der Veranstaltung


Konzept und Moderation: Reinhard Seiß
Der Eintritt zum Symposium ist frei.
Anmeldung erbeten unter office@orte-noe.at

 

Die anderen ORTE-Raumplanungssymposien:
2019 - Vom Gemeinwohl in Stadt und Land
2018
- Macht und Ohnmacht der BürgermeisterInnen
2017 - Das Ende des Wachstums?
2016 - Wem gehört die Landschaft?
2015 - Demokratie in der Planung?
2014 - Zwei Länder. Ein Plan?
2013 - Ausgedünnt. Eingestellt. Stillgelegt.
2012 - Sterbende Orte. Verödende Städte.
2011 - Verantwortung für den Raum = Verantwortung für die Zukunft

Es wird darauf hingewiesen, dass bei der Veranstaltung Fotos gemacht und
zum Zweck der Öffentlichkeitsarbeit sowie der Dokumentation verwendet werden.